Buddhistisches Tor Berlin

Triratna-Frauenwochenende im Buddhistischen Tor Berlin

Triratna­Frauenwochenende im Buddhistischen Tor Berlin

Am Wochenende vom 6.­8. Mai haben wir uns mit ca. 40 Frauen zu einem nationalen Frauenwochenende versammelt um gemeinsam zu praktizieren. Es ist schon »Tradition« dass die Berlinerinnen die Gäste beherbergen, was zum Knüpfen neuer und Vertiefen bestehender Freundschaften einlädt. Ein illustres Team von Ordensfrauen schaffte Raum und Rahmen für die Zusammenkunft.
»Im Feuer der Inspiration« war der Titel und so brachen wir auch gleich in Unbekanntes auf und trafen uns am Samstag statt im vertrauten Hafen des Buddhistischen Tors in einer Ausstellung im Ephraim Palais! »Berlin ­ Stadt der Frauen«, so der Name der Schau, erzählt in 20 Biographien von Frauen Gesichte. Wir begegneten den Politischen, den Unternehmerischen, den Kreativen, den Innovativen, faszinierenden Frauen wie etwa Louise Schröder, Käthe Kollwitz, Giséle Freund, Mary Wigman.
Vidyagitha, selbst Kunstschaffende, Kunsthistorikerin, Kunsttherapeutin, führte uns mit viel Feingefühl, Expertise, Humor und Inspiration in die wunderbare Welt dieser 20 Frauen ein und ermutigte uns, auf eigene Faust in diese Welt einzutauchen. Und zu erkunden: Was spricht mich hier an? Was weckt meine Inspiration? Was hat das mit mir zu tun? Um das dann in kleinen Gruppen vor Ort auszutauschen, sichtbar zu machen.
»Sichtbar machen«, »sichtbar werden« war dann auch das Thema des Nachmittags in dem wir, zurück im Buddhistischen Tor, mit mannigfaltigem Material Zeit hatten, selbst kreativ zu werden, zu gestalten, uns, unsere inneren Prozesse, sichtbar zu machen. Eine gemeinsame, stille, schöne, intensive Atmosphäre war spürbar während dieser »Schaffensphase«. Für viele von uns gehört immer ein bisschen Mut und Überwindung dazu, sich auf so etwas einzulassen … und doch entstand eine bunte, muntere, vielfältige Ausstellung unserer Werke im großen Schreinraum, die wir uns dann ebenfalls in kleinen Gruppen gegenseitig vorstellen konnten.
Ein Leitmotiv der Ausstellung, die wir gesehen hatten, war das Korsett, dass zu Beginn des 20.Jahrhunderts »fiel«. Wir konnten uns fragen, was engt mich ein, wo setze ich selbst Begrenzungen, was hält mich zurück? Dann am Abend begegneten wir in einer kraftvollen Puja der Dakini, die uns ohnehin die meiste Zeit des Wochenendes über begleitete, und zeigte uns, wie es geht, nackt, ohne Korsett, in völliger Liebe und Freiheit zu tanzen.
Am Sonntag dann hatten wir Gelegenheit ganz konkret den kreativen Prozess dreier Kunstschaffender aus unseren eigenen Reihen, die ihre Kreativität professionell umsetzen und leben, kennenzulernen: Eine Kunstpädagogin, eine Grafikerin und eine Filmemacherin stellten sich vor.
Immer wieder ging in dieser Zusammenkunft der Prozess von Außen nach Innen und wieder zurück nach Außen, wieder zurück nach Innen … natürlich wissen wir längst, dass da eigentlich kein Unterschied ist. Das gemeinsam tiefer zu erfahren, war ein Geschenk. In der Ausstellung heißt es an einer Stelle »und wir waren voller Elan…«. Ohne den Elan von Prajnasahaya wäre ein Wochenende wie dieses hier in Berlin nicht vorstellbar. Ein weiteres Geschenk!