Buddhistisches Tor Berlin

Stellungnahme zu der buddhistisch-geführten Gewalt gegen Muslime in Burma/Myanmar 2017

Am 12. September veröffentlichte Sangharakshita zusammen mit einer Reihe von Privaten und Öffentlichen Präzeptoren eine Stellungnahme zu der buddhistisch-geführten Gewalt gegen Muslime in Burma/Myanmar 2017.

Die Stellungnahme kann hier im Original auf Englisch gelesen werden.

 

Deutsche Übersetzung:

Als Buddhist lehne ich die Anstiftung zu Gewalt gegenüber Muslimen und zu deren Diskriminierung im Namen des Buddhismus in Burma und an anderen Orten entschieden ab.
Gewalt und Diskriminierung seitens Buddhisten gegenüber nicht-buddhistischen Minderheiten ist auch aus anderen Ländern bekannt, darunter Sri Lanka.
Es kann keine buddhistische Rechtfertigung für solche Gewalttaten geben. Gewalt auszuüben, die in Hass oder Vorurteil begründet ist, oder zu solcher aufzurufen, widerspricht der Lehre des Buddha und stellt einen gravierenden Verstoß gegen buddhistische ethische Prinzipien dar, darunter auch gegen die Mönchsgelübde.
Insbesondere die vom Buddha gelehrten fünf ethischen Vorsätze bringen das Prinzip von ahimsa, von Nicht-Verletzen zum Ausdruck. Sie dienen dazu, sich in Mitgefühl zu üben – in unseren Handlungen, in unseren Wortenund selbst in Gedanken.
Darüberhinaus mahnte der Buddha seine Schülerinnen und Schüler liebende Güte zu entwickeln – nicht nur für die eigene Familie oder ethnische Gruppe, sondern für Fremde und jene, mit denen wir in Konflikt stehen.

Daraus folgt:
• Ich rufe alle Buddhistinnen und Buddhisten, darunter auch meine burmesischen Brüder und   Schwestern auf, ebenso wie ich klar zum Ausdruck zu bringen, dass sie von Buddhisten ausgehende Gewalt verabscheuen.
• Ich fordere die burmesischen buddhistischen Machthaber auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um
der anti-muslimischen Gewalt in ihrem Land ein Ende zu setzen.
• Außerdem rufe ich die burmesischen buddhistischen Machthaber auf, sofortige Maßnahmen zu ergreifen, um buddhistische Mönche zur Rechenschaft zu ziehen, die zu physischer oder verbaler Gewalt und Diskriminierung aufgerufen oder daran mitgewirkt haben.
• Ich appelliere an die Regierung von Myanmar (Burma) allen Bürgerinnen und Bürgern einschließlich Muslimen Reisefreiheit zu gewähren; allen Vertriebenen unbeschränkten Zugang zu humanitärer Hilfe zu gewähren; und alle inhaftierten Muslime, die keiner international anerkannten Verbrechen beschuldigt werden, sofort freizulassen.

Persönlich unterzeichnet:

Urgyen Sangharakshita, Gründer des Ordens Triratna, Vereinigtes Königreich

Dhammachari Amrutdeep, Mitglied des Ordens Triratna, Öffentlicher Präzeptor und Convenor des Ordens, Indien

Dharmachari Dhammarati, Mitglied des Ordens Triratna, Öffentlicher Präzeptor, Vereinigtes Königreich und Nordamerika

Dharmachari Mahamati, Mitglied des Ordens Triratna, Öffentlicher Präzeptor, Vereinigtes Königreich

Dharmacharini Parami, Mitglied des Ordens Triratna, Öffentliche Präzeptorin, Vereinigtes Königreich, Spanien und Lateinamerika

Dharmachari Saddhaloka, Mitglied des Ordens Triratna, Öffentlicher Präzeptor, Vereinigtes Königreich

Dharmachari Subhuti, Mitglied des Ordens Triratna, Öffentlicher Präzeptor, Vereinigtes Königreih und Indien

Dhammacharini Vijaya, Mitglied des Ordens Triratna, Private Präzeptorin, Indien