Buddhistisches Tor Berlin

Der Buddha

Der junge Mann Siddharta Gautama lebte ca. 400 Jahre vor der Zeitwende in Nordindien.

Desillusioniert mit dem herkömmlichen Leben und tief ergriffen von der Sehnsucht nach einer Lebensperspektive, die im Lichte der Wirklichkeit von Alter, Krankheit und Tod bestehen kann, verließ er sein wohlhabendes zu Hause um sich als besitzloser Bettelasket auf die spirituelle Suche zu begeben.

Schließlich fand er im Alter von 35 Jahren die Antwort, nach der er gesucht hatte: einen Zustand vollkommener Harmonie mit der Wirklichkeit, grenzenloser Anteilnahme und andauernden tiefen Glücks. Siddharta Gautama hatte Erleuchtung entdeckt und war zu einem Buddha geworden, einem Menschen, der zur Wirklichkeit „erwacht“ ist.

Was Erleuchtung wirklich bedeutet ist ein Mysterium und kann nur durch die eigene spirituelle Übung nachvollzogen werden. Es kann aber gesagt werden, dass im Kern der Erleuchtung eine tiefe Einsicht in die Natur der Wirklichkeit steht, in das sog. Naturgesetz des „bedingten Entstehens“. Alle Phänomene entstehen in Abhängigkeit von Bedingungen und hören auf zu existieren, sobald die Bedingungen aufhören zu existieren. Alles ist daher der Veränderung unterworfen, alle Dinge sind ihrem Wesen nach vorübergehend. Darin enthalten ist die Einsicht, dass alle Unzufriedenheit, alle Frustration, alles Leiden ihre Ursache in der Neigung haben, Dinge festhalten und fixieren zu wollen, und das sowohl auf materieller wie auch auf geistiger Ebene. Der Schlüssel zum Glück liegt in spiritueller Übung, welche diese Neigung des Festhaltens löst, Geistesklarheit und tätige Anteilnahme am Wohl anderer Menschen entwickelt.

Im Laufe der weiteren 45 Jahre seines Lebens wanderte der Buddha durch weite Teile Nordindiens und lehrte andere Menschen den Weg zur Erleuchtung. Seine Lehre wird im Osten als Buddha-Dharma bezeichnet – als „die Lehre des Erwachten“. Während er von Ort zu Ort zog, unterwies der Buddha zahlreiche Schülerinnen und Schüler, von denen viele Erleuchtung erlangten. Buddhas Schüler wiederum lehrten andere Menschen, und so wurde die Lehre in einer ununterbrochenen Kette bis zum heutigen Tag weitergegeben.

Der Buddha hat nie Anspruch auf Göttlichkeit erhoben. Er war ein Mensch, der sich durch ungeheure Anstrengung selbst veränderte. Buddhisten sehen ihn als ihr Ideal und als Lehrer, der den Weg zur Erleuchtung weist.